Zu den Pflanzen, die zeitig im Frühjahr aufblühen, gehören die Krokusse. Die ersten Blüten öffnen sich bei geeignetem Wetter bereits im Februar. Auch wenn der Norden Deutschlands nicht zu ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet gehört, sind die Krokusse inzwischen nicht nur in Gärten und Parks, sondern auch verwildert oder angepflanzt an Wegrändern zu finden.
Mit ihren lilafarbenen, gelben oder weißen Blüten sind die Krokusse schon als einzelne Pflanze eine attraktive Blume. Dort, wo sie ganze Blütenteppiche bilden, sind sie ein wahrer Hingucker.
Die ersten Krokusfotos entstanden „als Beifang“ während meiner Exkursionen zu den Winterlibellen, wo ich einzelne Exemplare am Wegesrand fand. Wenige Krokusse wuchsen auch in unserem Garten und wurden zum Fotomotiv. Ein Ausflug in Hamburgs Parks lieferte weitere Motive. Ein kleines Fotoprojekt war entstanden.
Beim Fotografieren von Krokussen wählte ich vorzugsweise eine niedrige Kameraposition. Ausnahmsweise ließ ich das Stativ zu Hause und platzierte die Kamera auf dem Boden; gegebenenfalls mit einer Folie darunter, falls der Boden feucht war. Durch die Verwendung einer Telebrennweite und einer offenen Blende entsteht aus dieser Perspektive ein unscharfer, weicher Vordergrund, aus dem der Krokus hervorragt.
Die offene Blende und die geringe Schärfentiefe tragen auch zu einem ruhigen Bokeh bei. Bei der Bildkomposition hatte ich immer ein Auge auf trockene Halme, die anfänglich nicht auffielen, aber einem dann im wahrsten Sinne des Wortes einen Strich durch ein gelungenes Foto machten.
Meine Fotos entstanden überwiegend am Morgen, am Abend oder bei bewölktem Himmel.
Für den 9. März war sonniges Wetter vorausgesagt und so kam es auch. Spontan unternahmen wir einen Ausflug nach Hamburg und besuchten einige Parks. Schnell wurden die Krokusse, von denen wir stellenweise große Blumenteppiche vorfanden, zu unserem Hauptfotomotiv. Der strahlende Sonnenschein war für unsere Fotosession natürlich nicht ganz optimal.
Wir begannen unseren Ausflug im Herzen Hamburgs. Im Park „Planten und Blomen“ dominierten viele dunkelviolett gefärbte Krokusteppiche. Ganz in der Nähe am „Platz der Jüdischen Deportierten“ war eine Rasenfläche mit helllilafarbenen Krokussen bedeckt. Immer einen Besuch wert ist der Loki-Schmidt-Garten an der S-Bahn-Station Klein Flottbek. Neben Krokussen bewunderten wir Märzenbecher, Zaubernuss und manchen blühenden Exoten. Den Abschluss bildete eine Wanderung durch den nahegelegenen Jenischpark. Auch hier gab es noch einmal Krokusse.
Um das Gewicht klein zu halten, bestand die Fotoausrüstung an dem Tag nur aus Kamera und zwei Objektiven: einem 18 – 400 mm Zoom und einem 100 mm Makro.
Als Frühblüher sind Krokusse winterhart und überstehen auch deutliche Minustemperaturen. Allerdings hängen die Blütenblätter nach einer frostigen Nacht meist herunter und die Blüten sehen etwas mitgenommen aus.
Nach einer solchen kalten Nacht entstand das nebenstehende Foto. Die Blütenblätter waren mit etwas Raureif überzogen und standen fast waagerecht ab. Der Stempel ragte wie eine verdrehte Antenne hervor.
Das Foto entstand mit dem 100 mm-Makroobjektiv mit auf den Boden gelegter Kamera.